Der kostenlose Strom-Tarifrechner
Strompreisentwicklung
In den letzten Jahren sind die Strompreise insgesamt deutlich gestiegen. Die Gründe dafür liegen zum einen in gestiegenen Preisen für die Rohstoffe sowie in Steuererhöhungen. Zum anderen aber können die Stromversorger selbst ihre Preise frei festlegen. Seit letztem Sommer ist die auch die letzte staatliche Regulierung weggefallen: Es ist nicht mehr erforderlich, dass das Wirtschaftsministerium eine Erhöhung der Grundpreise genehmigt.
Eigentlich sollte die Liberalisierung des Strommarktes von Vorteil für den Endverbraucher sein: seitdem kann jeder Kunde seinen Anbieter frei auswählen. Darüber hinaus wurde das sogenannte Sonderkündigungsrecht eingeführt, auf das sich der Endverbraucher unabhängig von der Restvertragslaufzeit berufen kann, wenn sein Anbieter die Preise erhöht. Allerdings wechselte unmittelbar nach der Liberalisierung des Strommarktes nur ein Bruchteil der Bundesbürger tatsächlich den Anbieter. Inzwischen ist der Wechsel durch vielfältige Angebote zum Vergleich im Internet deutlich unkomplizierter geworden: es genügt, die eigene Postleitzahl und den durchschnittlichen Jahresverbrauch einzugeben, und ein Vergleichsrechner zeigt die für Sie jeweils günstigsten Anbieter.
Zwei Punkte fallen bei der Entwicklung der Strompreise in den letzten Jahren besonders auf: zum einen ein immer noch starkes Ost-West-Gefälle, zum anderen ein unterschiedliches Verhalten von Groß- und Kleinunternehmen, was Preiserhöhungen in den letzten Jahren betrifft.
So muss zum Beispiel eine Kleinfamilie in Jena für den günstigsten Tarif 25 % mehr im Jahr für Strom aufbringen als die gleiche Kleinfamilie in Nürnberg, 926 Euro gegenüber 733 Euro. Und dies ist kein Einzelbeispiel – insgesamt sind die Preise für Strom im Osten nach wie vor deutlich höher als im Westen. Ein Teil dieses Ost-West-Gefälles lässt sich noch immer durch die hohen Investitionen erklären, die für die Netze im Osten notwendig waren. Ob dies allerdings Unterschiede dieser Größenordnung rechtfertigt, sei dahingestellt. Seit Jahresbeginn hat das Bundeskartellamt eine Abteilung eingerichtet, die eigens für die Überprüfung der Energiepreise zuständig ist. Zur Kompetenz des Bundeskartellamtes gehört es dann auch, Unternehmen mit Bußgeldern zu belegen, die unangemessene Preise für die Energieversorgung verlangen. Die Bundesnetzagentur prüfte bislang nur die Netzentgelte.
Seit 2000 erhöhten einige Stromversorger ihre Preise um bis zu 55 %, andere nur um 16 %. Alleine zwischen 2006 und 2007 schwankt der Preisanstieg zwischen 2,58 % und 24 %. Dabei fällt die Tendenz auf, dass die größeren Konzerne wie EnBW, RWE oder Eon ihre Preise sehr viel stärker erhöhten als kleinere und regionale Unternehmen. EnBW, RWE oder auch die Pfalzwerke beispielsweise verzeichnen einen Preisanstieg um über ein Drittel in den vergangenen acht Jahren.
Nachdem jeweils zum Juli und Oktober letzten Jahres ungefähr 200 Anbieter ihre Preise um durchschnittliche sieben bis acht Prozent erhöht haben, sind zum Jahresbeginn die Preise erneut angestiegen. Während die Stromkonzerne dies mit höheren Rohstoffkosten und Steuern begründen, vermuten Verbraucherverbände vorwiegend Profitmaximierung als Grund. Jedem Endverbraucher wird dazu geraten, gründlich zu prüfen, ob er zu einem günstigeren Stromanbieter wechseln kann – nicht nur im eigenen Interesse, sondern auch, um den Wettbewerb der Anbieter unter einen gesunden Druck zu setzen.