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Ökologischer Strom

Zunehmend mehr Strom wird in Deutschland aus sogenannten erneuerbaren Energiequellen gewonnen. Die Geschichte ökologischen Stroms ist gar nicht mehr so jung: Schon im Jahr 1887 baute Charles F. Brush das erste Gerät, das vollautomatisch Windkraft in Strom zu verwandeln mochte. Diese gigantische Anlage war immerhin in der Lage, sein Wohnhaus vollständig mit Energie zu versorgen. Poul la Cour entwickelte die Methode weiter, indem er herausfand, dass weniger Rotorblätter, die sich mit höherer Geschwindigkeit drehen, effizienter arbeiten. In Dänemark gründete Poul la Cour die Gesellschaft der Windkraft-Elektroingenieure; bald hatte sie knapp 400 Mitglieder. In den zwanziger Jahren wurde bereits ein kleiner Teil des dänischen Energiebedarfs regulär durch Windkraft gedeckt, aber erst der zweite Weltkrieg hat größeres allgemeines Interesse an der Erzeugung von Strom durch Windkraft erweckt, da zu diesem Zeitpunkt erstmals die Gesamtversorgung Dänemarks kritisch wurde. Interesse an der alternativen Energiegewinnung erwachte nach der großen Ölkrise von 1973 schließlich auch in anderen europäischen Ländern und den USA. Allerdings war der Bau von Windkraftanlagen noch sehr teuer, weshalb zwar in Kalifornien kurze Zeit lang Anlagen aufgestellt wurden, aber die USA sich nicht langfristig darauf konzentrierten. Inzwischen ist Deutschland im internationalen Vergleich nicht nur führend darin, Energie aus Wind zu gewinnen, sondern in der Nutzung regenerativer Quellen insgesamt.

Zu den erneuerbaren Energiequellen zählen außer Wind auch Sonne und Wasser, ebenso wie Biomasse und Müll. Alle erneuerbaren Energien zusammen deckten laut Berechnungen der AGEE-Stat (Erneuerbare-Energien-Statistik) in 2007 schon 14,2 % des Bruttostraumverbrauchs. Das bedeutet eine Steigerung von 20 % im Vergleich zum Vorjahr. Nach wie vor spielt dabei die Windenergie die wichtigste Rolle. Interessant ist, dass die Stromerzeugung aus Biomasse und Müll letztes Jahr erstmals die aus Wasser überholte.

Bereits im Jahr 2007 hatte die Kampagne für Erneuerbare Energien bekannt gegeben, dass die „Energiewende netztechnisch machbar“ sei. Als Beispiel für die Umsetzung ist hier das historische Vorbild Dänemark wieder relevant: zeitweise wird ganz Dänemark nur aus alternativen Energiequellen versorgt. Voraussetzung für die Einspeisung von größeren Mengen an Strom aus erneuerbaren Quellen ist allerdings, dass die Stromnetze geöffnet und ausgebaut werden. In diesem Zusammenhang fordert die EU die Trennung von Stromerzeugung und Stromtransport – eine Forderung, welche die Kampagne für Erneuerbare Energien teilt, die Jürgen Trittin und Klaus Töpfer 2005 ins Leben riefen.

Jeder einzelne Privatverbraucher, der darauf achtet, seinen Vertrag mit einem Anbieter zu schließen, der ökologischen Strom liefert, kann damit langfristig dazu beitragen, unsere fossilen Ressourcen zu schonen. Aber gerade auch Firmenkunden werden von den Anbietern ökologischen Stroms umworben: ein Imagezuwachs wird hier häufig versprochen, da der Firmenkunde dadurch nach außen Umweltbewusstsein demonstrieren kann. Je mehr Stromverbraucher insgesamt Druck ausüben, indem sie Wert darauf legen, ökologischen Strom zu beziehen, desto eher und umfangreicher wird der Bau neuer Anlagen zur Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Quellen vorangetrieben.